Joachim Diessner wurde in Süchteln/Niederrhein
geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Theologie, anschließend Gesang am
Königlichen Konservatorium in Den Haag, später bei Prof. Phillip Langshaw in
Köln. Bereits als Achtjähriger erhielt er Unterricht am Klavier, mit 13 Jahren
kam die Orgel als Instrument hinzu. Er verfolgte nach Abschluss des Studiums
zunächst eine Karriere als Sänger, wobei er als Countertenor stets bemüht war,
repertoiremässig die eher enggesetzten Grenzen der Alten Musik zu überschreiten.
Engagements und Gastverträge führten ihn u.a. ans Staatstheater Darmstadt sowie
an die Opernhäuser Frankfurt, Konstanz und Münster, wo er 1999 die Titelpartie
in Jacques Offenbachs Operette ‚La Grande Duchesse de Gerolstein’
interpretierte. Er konzertiert regelmäßig mit verschiedenen renommierten
Ensembles auf dem Sektor der Alten Musik. Zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen
dokumentieren seine Arbeit. Aber auch Grenzgänge, wie z. B. seine Zusammenarbeit
mit dem Pindakaas Saxophonquartett, sind für ihn reizvolle und interessante
Betätigungsfelder. In den Jahren 1999 bis 2001 war er Künstlerischer Leiter der
‚Internationalen Tage für Alte Musik’ in Brandenburg, von 2003 bis 2005 Referent
für Alte Musik im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung und des Pax-Festivals in
Augsburg.
Seit geraumer Zeit beschäftigt er sich als
Sammler und ausübender Musiker mit dem Harmonium und setzt sich für eine
Wiederbelebung des Repertoires und eine Wiederentdeckung des
Instruments an sich ein. Das führte im Sommer 2005 zur Gründung des Ensembles
Quatuor Romantique, das es sich zum Ziel setzt, der umfangreichen und
wertvollen Musikliteratur des ausgehenden 19. Jahrhunderts neues Leben
einzuhauchen und sie einem breiteren Konzertpublikum wieder zu Gehör zu bringen.
Nach erfolgreichen Konzertauftritten in Köln, Augsburg u.a. liegen für das
Ensemble inzwischen Einladungen nach Duisburg, Wiesbaden, Augsburg, Knechtsteden und, gemeinsam mit dem Autor Thomas Höft,
zu einer Rundfunkproduktion des SWR vor.